Bevor ich die Reise gebucht habe, habe ich mir selbst erstmal die Frage gestellt:
„Was ist eigentlich eine Transreise?“
Kurz gesagt: Eine Kreuzfahrt, bei der ein Schiff von einer Region in die andere überführt wird. Zum Beispiel von der Karibik zurück nach Europa oder von Südeuropa Richtung Nordeuropa.
Das bedeutet meistens: Weniger Häfen. Mehr Seetage. Mehr Zeit auf dem Schiff.
Und genau das ist für viele entweder der größte Traum – oder die absolute Horrorvorstellung.
Für mich war es am Ende nicht nur eine der angenehmsten Arten zu reisen – sondern auch eine überraschend faire Möglichkeit, lange Kreuzfahrten zu erleben.
Denn genau das unterschätzen viele bei Transreisen mit AIDA: Sie sind oft deutlich günstiger als klassische Kreuzfahrten mit vergleichbarer Reisedauer.
Manche Reisen vergehen schnell. Man steigt ein, schaut sich ein paar Städte an, macht Fotos – und ein paar Wochen später verschwimmt alles irgendwie miteinander.
Und dann gibt es diese anderen Reisen. Die, bei denen nicht jeden Tag möglichst viel passiert. Sondern genau das Gegenteil.
Meine Transreise mit AIDA von Gran Canaria nach Hamburg im Frühjahr 2023 gehörte genau dazu.
Keine klassische Kreuzfahrt mit Dauerprogramm. Keine Route, bei der man morgens schon überlegen muss, welchen Ausflug man heute noch „mitnehmen“ sollte.
Sondern vor allem eins: Zeit. Meer. Und dieses Gefühl, wirklich unterwegs zu sein.
Los ging es auf Gran Canaria. Sonne, warme Luft und dieser typische erste Urlaubstag, an dem automatisch alles ein bisschen langsamer wird.
Im Hafen herrschte schon eine besondere Stimmung. Denn Transreisen fühlen sich anders an als normale Kreuzfahrten.
Man fährt nicht einfach nur irgendwohin. Man ist auf dem Weg zurück. Langsam. Über den Atlantik.
Und genau dieses langsame Reisen hat mir überraschend gut gefallen.
Warum die Seetage das Beste waren
Die Frage kam vor der Reise tatsächlich öfter:
„Ist das nicht langweilig mit so vielen Tagen auf See?“
Nach der Reise würde ich eher sagen: Genau deswegen macht man so eine Reise.
Denn plötzlich fallen Dinge weg. Kein ständiges Ein- und Aussteigen. Kein täglicher Hafenstress. Keine Ausflugsplanung.
Stattdessen:
- morgens in Ruhe Kaffee trinken
- lange übers Außendeck laufen
- aufs Meer schauen
- lesen
- schreiben
- einfach mal nichts müssen
Das klingt erstmal unspektakulär. War es aber überhaupt nicht.
Gerade dieser ruhige Rhythmus hat die Reise für mich besonders gemacht.
Warum ich auf Transreisen immer eine Balkonkabine wählen würde
Gerade bei so vielen Seetagen habe ich auf dieser Reise nochmal gemerkt, wie wichtig eine Balkonkabine für mich geworden ist.
Natürlich funktioniert eine Transreise auch mit Innenkabine. Aber wenn man teilweise tagelang auf See unterwegs ist, verändert ein eigener Balkon das Reisegefühl schon deutlich.
Morgens mit Kaffee draußen sitzen. Abends einfach nur aufs Meer schauen. Oder nachts den frischen Atlantikwind hören, während rundherum alles dunkel ist.
Gerade an warmen Tagen rund um die Kanaren oder Madeira war der Balkon für mich fast wie ein zusätzlicher kleiner Rückzugsort.
Und selbst später Richtung Norden, als es kühler wurde, mochte ich diese ruhigen Momente draußen unglaublich gerne.
Für mich gehört eine Balkonkabine deshalb gerade auf längeren Transreisen inzwischen fast zum Gesamterlebnis dazu.
Der Atlantik macht sowieso, was er will
Natürlich war unterwegs nicht jeden Tag Bilderbuchwetter.
Gerade die Fahrt durch die Biscaya hat gezeigt, dass eine Transreise eben keine klassische Schönwetter-Kreuzfahrt ist.
Wir hatten kräftigen Wind, spürbaren Seegang und Tage, an denen das Schiff deutlich mehr gearbeitet hat als noch rund um die Kanaren.
Und ehrlich gesagt: Genau das fand ich spannend.
Der Atlantik wirkt auf so einer Reise plötzlich nicht mehr wie eine perfekte Postkartenkulisse, sondern wie das, was er eben ist – ein riesiger Ozean.
Dadurch fühlte sich die Reise für mich echter an. Nicht geschniegelt. Nicht komplett durchgeplant.
Sondern wie wirkliches Unterwegssein zwischen zwei Welten.
Von Europas fast südlichstem Punkt bis hoch in den Norden
Was ich an dieser Route zusätzlich spannend fand: Man reist innerhalb weniger Wochen einmal quer durch unterschiedliche Klimazonen und Stimmungen Europas.
Gestartet wird noch mit fast sommerlichen Temperaturen auf Gran Canaria. Die Insel selbst hat mich landschaftlich ehrlich gesagt nie komplett begeistert – dafür war es angenehm warm, sonnig und genau der richtige Ort, um dem europäischen Winter erstmal zu entkommen.
Dann folgt die grüne, fast schon tropisch wirkende Insel Madeira mit ihren steilen Küsten und der beeindruckenden Natur. Besonders schön fand ich dabei, dass das Schiff direkt zentral in Funchal liegt und man die Stadt entspannt zu Fuß erkunden kann.
In Lissabon wartet plötzlich Großstadtgefühl direkt am Wasser – sonnig, lebendig und irgendwie genau die richtige Mischung aus entspannter Hafenstadt und europäischer Metropole.
Weiter nördlich wird es dann langsam rauer. La Coruña wirkte auf mich deutlich nordatlantischer: windiger, kühler und weniger geschniegelt als viele klassische Kreuzfahrthäfen. Aber genau das machte den Ort interessant.
Im weiteren Verlauf brachte Southampton danach nochmal eine ganz andere Atmosphäre mit hinein. Historische Gebäude, maritime Geschichte und dieser leicht mittelalterliche Charme, den viele englische Hafenstädte ausstrahlen.
Und je weiter es Richtung Norden ging, desto frischer wurde die Luft. Oslo fühlte sich komplett anders an als die Stopps zuvor: ruhiger, kühler und gleichzeitig unglaublich faszinierend. Vor allem die Mischung aus moderner Architektur, Wasser und nordischer Natur bleibt mir bis heute im Kopf.
Gerade diese Mischung aus Sonne, Atlantik, Großstadt, rauen Küsten und skandinavischem Norden macht Transreisen durch Europa für mich so besonders.
Die letzten Tage Richtung Hamburg
Je näher wir Deutschland kamen, desto merkwürdiger wurde die Stimmung an Bord.
Nicht schlecht. Eher ruhig. Fast ein bisschen melancholisch.
Nach zwei Wochen kennt man plötzlich Abläufe, Gesichter und Lieblingsorte auf dem Schiff. Man weiß, wo morgens der beste Kaffee steht. Welche Ecke auf dem Außendeck am ruhigsten ist. Und zu welcher Uhrzeit man am besten aufs Meer schaut.
Dann kommt irgendwann die Elbe.
Der Wind wird kühler. Möwen tauchen auf. Containerkräne statt Palmen.
Und trotzdem fühlt sich genau dieser Moment besonders an.
Ich stand ziemlich lange draußen an der Reling und dachte: Genau deshalb mag ich Transreisen so.
Weil man nicht nur ankommt. Sondern unterwegs wirklich Zeit hatte.
Würde ich wieder eine Transreise machen?
Definitiv.
Aber ich glaube auch: Man muss dafür gemacht sein.
Eine Transreise ist perfekt, wenn du:
- Seetage wirklich magst
- nicht permanent Action brauchst
- gerne liest oder schreibst
- einfach mal abschalten willst
- dieses langsame Reisen genießt
Wenn du dagegen jeden Tag neue Städte, Ausflüge und möglichst viel Programm erwartest, passt wahrscheinlich eine klassische Mittelmeerroute besser.
Über meine eigene Transreise von Gran Canaria nach Hamburg hatte ich übrigens schon 2023 ausführlicher berichtet – damals noch direkt während beziehungsweise kurz nach der Reise.
Wer den persönlichen Reisebericht lesen möchte, findet ihn hier: Zum Blogartikel aus 2023
AIDA bietet regelmäßig Transreisen von den Kanaren oder aus der Karibik zurück nach Deutschland an. Oft sogar inklusive Flug.
Vor allem die Rückfahrten im Winter oder Frühjahr sind preislich oft interessant, weil die Schiffe sowieso wieder nach Europa gebracht werden.
Zum Zeitpunkt meiner Reise lagen längere Transreisen häufig bei etwa 1.850 Euro inklusive Hinflug nach Gran Canaria – für zwei Wochen an Bord fand ich das tatsächlich ziemlich fair.
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Fazit:
„Der Weg ist das Ziel.“
