In der Reihe „Die-Gute-Stunde-Runde“ verschlägt es mich heute nach Klein-Holland, auch genannt Friedrichstadt, mitten in Nordfriesland. Die Stadt an sich ist eine einzige Sehenswürdigkeit, denn sie passt so gar nicht in das norddeutsche Flachland.
Wenn Du nach Friedrichstadt reinkommst, fallen Dir sofort die Grachten auf. Diese durchziehen das kleine pittoreske Friedrichstadt und lassen einen sofort an Amsterdam oder andere holländische Städte denken. Nur alles eben etwas kleiner. Die Innenstadt von Friedrichstadt drängt sich auf wenigen Quadratkilometern zusammen und wird eingefasst durch die Flüsse Treene und Eider.
Wer diese Tour nacherleben möchte, der kann über den Link „Alle Details ansehen“ zur App von komoot weitergeleitet werden und sich eine kostenlose GPS-Navigationsdatei herunterladen.
Parken
Moin! So sagt man hier...
Wer mit dem Auto nach Friedrichstadt reist, sollte einen der ausgeschilderten Parkplätze aufsuchen (Guckst Du hier!). In der Innenstadt wird das Parken in der Saison ziemlich eng.
Start der Tour auf dem Marktplatz
Meine Tour starte ich vom Rathausmarkt mit seinen hübschen Treppengiebel-Häusern. Ganz nach den Vorbildern aus Holland brachten die Gründerväter, die Remonstranten, diese Bauweise nach Norddeutschland. Viele dieser Bauwerke sind noch gut erhalten bzw. liebevoll in Stand gesetzt worden. In der Mitte des Marktes ziert ein Brunnenhäuschen von 1879 den Platz.
Farbenfrohes Stadtbild
Friedrichstadt ist geprägt vom Grün der Pflanzen und dem Blau des Wassers. Da es im Stadtkern nahezu keine Industrie gibt, wird dem Auge ein Überfluss an Hinguckern präsentiert. Friedrichstadt ist richtich niedlich. Allerdings auch ziemlich klein und tatsächlich kann man den Ort in einer guten Stunde zu Fuß erkunden.
Parkanlage in Friedrichstadt
Angler am Kanal.
Die blaue Brücke
Brücken sind das prägende Motiv in Friedrichstadt. Alle paar Minuten überquert man eine davon. Die berühmteste von allen ist die blaue Brücke. Diese Zugbrücke sieht zwar gut aus, doch haben ihre Erbauer nur von 12 bis mittags gedacht. Die Durchfahrt für Schiffe ist dank der schwenkbaren Brückenteile zwar möglich, nur leider bleiben die Schiffe dann an der nächsten Brücke wenige Meter weiter hängen. Denn diese hat keine Möglichkeit geöffnet zu werden. Egal, wenigstens als Tourist kann man diese hübsche Fehlkonstruktion genießen und dann war doch nicht alles umsonst.
Die blaue Brücke
Brücke im Rialto-Style
De lüttje Brüch
Das schiefe Haus von Friedrichstadt
Man muss nicht bis Pisa fahren um ein schiefes Gebäude zu sehen, was scheinbar den Gesetzen der Physik widerspricht. Friedrichstadt hat das schiefe Haus am Mittelburgwall 52 zu bieten.
Maritimes Flair mitten in Schleswig-Holstein
Wer nach Friedrichstadt kommt, sollte unbedingt eine Bootstour machen. Vom Wasser aus beeindruckt diese Stadt gleich nochmal doppelt so stark.
Dabei hat man die Wahl es selbst in die Hand zu nehmen und zu einem der vielen Botsverleihe zu gehen und ein Kanu, Treetboot etc zu chartern oder aber man lässt sich durch die Grachten schippern.
Gondolieren gibt es hier nun zwar nicht, aber motorbetriebene Ausflugsschiffe mit Kaptän und Stadtführer in Personalunion.
Es gibt zwei Reedereien die Schiffstouren anbieten. Ich habe eine Tour mit der Grachten- und Treeneschifffahrt Günther Schröder (Leider keine Webseite! Adresse: Treeneufer 1, Friedrichstadt) gemacht. Absolut empfehlenswert. Der Kapitän hat eine sehr unterhaltsame und lehrreiche Stadtrundfahrt gemacht. Seine Anekoten mit dem typisch norddeutschen trockenen Humor haben mir richtig gut gefallen. Wat hebbt wie lacht!
Der Fairness halber verlinke ich die Konkurrenz aber auch mal hier, damit ich keinen Ärger bekomme (Prinzen Linie).
Sehr lustiger Kapitän. Unbedingt zu empfehlen!
An Achterdeck gibt es einige Open-Air-Plätze
Sehenswerte Ansichten von der Wasserseite
Kopf einziehen! Es wird eng...
Zur Hochsaison wird es richtig voll auf den kleinen Wasserstraßen.
Was mir in Erinnerung geblieben ist, fast jeder Friedrichstädter hat ein Boot. Sogar die jugendlichen Einwohner haben eher ein Boot als ein Motorrad oder eine Mofa. Die vielen Wasserstraßen machen das Boot zum ersten Fortbewegungsmittel der Wahl.
Idyllische Bootsliegeplätze gibt es an jeder Ecke
Fast jedes Einfamilienhaus in Friedrichstadt hat einen Bootsanleger
Museum
Wer sich für die Friedrichstädter Geschichte interessiert, der kann auch ins Museum gehen. Das ist im Gebäude „Alte Münze“ untergebracht unweit des Zentrums (wie eigentlich alles nahe am Zentrums liegt ;-))
Einkehrmöglichkeit in Friedrichstadt
Leider war ich zu Corona-Zeiten in Friedrichstadt und sich nett bewirten lassen war nicht! Wenn ich mir auf meiner Tour ein Lokal aussuche hätte können, wäre ich in das Restaurant „Kajüte 1876“ gegangen. Die Außenterrasse direkt am Kanal sah sehr verlockend aus. Hier gibt es Bierspezialitäten und Flammkuchen in entspannter Atmosphäre. Wie gesagt beurteile ich das nur vom äußeren Anschein testen konnte ich das nicht, aber die Einträge in „Tripadvisor“ sind auf jeden Fall vielversprechend. Wird nachgeholt und upgedatet!
Hier kann man bestimmt ein schönes kühles Blondes genießen!
Fazit
Friedrichstadt ist ein Kleinod in Nordfriesland. Eine zuckersüße Stadt zum Entdecken und absolut einen Tagesausflug wert. Dabei sollte man von zwei Seiten an die Sache rangehen. Vom Wasser aus und zu Fuß. Alles problemlos an einem Tag zu schaffen, denn das Stadt in Friedrichstadt ist nicht wörtlich zu nehmen. Im Grunde genommen ist es eigentlich nur ein größeres Dorf mit noch größerem maritimen Flair.
Genauso habe ich Friedrichstadt auch empfunden, holländisch hyggelig und überschaubar. Ich war erstaunt, dass Friedrichstadt nicht mehr als 3000 Einwohner hat.
Genauso habe ich Friedrichstadt auch empfunden, holländisch hyggelig und überschaubar. Ich war erstaunt, dass Friedrichstadt nicht mehr als 3000 Einwohner hat.