Man muss nicht immer zu den großen Destinationen reisen, heute zeige ich euch Sonderburg. Eine dänische Kleinstadt im Süden Dänemarks, nur eine halbe Stunde von Flensburg entfernt.
Wer in der Region um Flensburg Urlaub macht oder wie ich zu Hause ist, sollte unbedingt einmal einen Abstecher zu unseren Nachbarn nach Dänemark machen. Aber Achtung! Wer die hügelige und abwechslungsreiche Landschaft der Region Angeln liebt und schätzt, muss tapfer sein. Die Fahrt von Flensburg nach Sonderburg durch Südjütland ist öde und langweilig. Fast wie im amerikanischen mittleren Westen gehen die Straßen schnurgeradeaus bis zum Horizont. Links und rechts nur Äcker und Wiesen. Ab und zu ein verschlafenes dänisches Dörfchen. Da müsst ihr durch, 30 Minuten, bis sich die Alsen-Sund-Brücke vor Sonderburg aufbäumt und euch einen atemberaubenden Blick über den Sund auf der einen und die Ostsee auf der anderen Seite schenkt. Links und rechts der Fahrbahn geht es sofort steil abwärts, ohne Seitenstreifen, was die Fahrt über die Brücke ein wenig prickelnd gestaltet.
Hier könnt ihr jetzt mit mir meine „Gute-Stunde-Runde von Sonderburg“ starten. Auf gehts!
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Die Hafenpromenade ist der Startpunkt meiner Tour. Parken kann man entweder am Schloss oder am Theater im Strandvej.
Das Schloss muss man erst als solches erkennen! Wenn man die Schlösser in Glücksburg oder Gottorf vor Augen hat, reibt man sich verwunderlich die Augen. Dänische Bescheidenheit oder was war hier los? Ein großes aber wenig schönes Gebäude liegt hier in Sonderburg auf einem Sahnegrundstück direkt am Als-Fjord an der Hafeneinfahrt. Immerhin das! Trotzdem lohnt es sich durch den Schlosspark am Wasser entlang zu laufen. Direkt dahinter befindet sich ein kleiner aber feiner Strandabschnitt.
An dieser Stelle führt der legendäre Gendarmenweg direkt durch Sonderburg. Dieser Wanderweg führt über 80 km aus der Nähe von Flensburg bis weit hinter Sonderburg und ist mit Abstand der interessanteste Wanderweg in Dänemark. Ich bin ihn drei Tage mit Rucksack gewandert und habe darüber im Artikel „Wanderung auf dem Gendarmenstieg“ geschrieben.
Die Promenade von Sonderburg (dänisch: Sønderborg) ist richtig lang. Man kann hier meilenweit am Wasser laufen. Sie bietet einen malerischen Ausblick auf den Alssund und den Kleinen Belt und verbindet die historischen und modernen Seiten der Stadt.
Die Hauptpromenade verläuft parallel zur Bucht, beginnend beim alten Schloss Sonderburg bis hin zu den modernen Bereichen am Hafen, die von zeitgenössischen Bauten und Cafés gesäumt sind.
Für Schleckermäuler - Kulinarik von der dänischen Bucket-List
Dänemark steht wie kein anderes Land für Hot-Dog. Die Meinungen, ob das ein kulinarisches Highlight ist, gehen da sehr weit auseinander. Probieren sollte man es aber, wenn man schon da ist. Schnell auf die Hand und mit der maritimen Kulisse im Hintergrund, wird so ein Hotdog zum kleinen Highlight auf der Tour. In Sonderburg gibt es direkt an der Hafenpromenade einen Stand, an dem es unter anderem eben diese Hotdogs gibt.
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Nach der Hauptspeise kommen wir auch schon zum Dessert. Dänemark ist nach den Hot Dogs ebenso berühmt für sein Eis. Traditionell beliebt ist das dänische Soft Is, das eine sahnige, milchige Angelegenheit ist. Nicht so meins! Aber dafür kann ich in Sachen Eis das dänische Is Konditoriet in der Sønder Havnegade 16, 6400 Sønderborg empfehlen! Das ist total lecker, wenn auch nicht ganz billig, wie fast alles in Dänemark. Zwei Kugeln Eis kosten umgerechnet 6,50 €, wobei man zwei Portionen für eine Kugel bekommt (Auch unterschiedliche Sorten, wenn man fragt). Angesichts der großen Portion relativiert sich der Preis. Mein Tipp: Machen!
Innenstadt von Sonderburg mit Hygge Charakter
Jetzt aber genug geschlemmt! Erst mal Kalorien ablaufen. Schaut euch unbedingt die Innenstadt mit der hübschen Fußgängerzone an. Hier gibt es viele kleine Boutiquen und noch kleinere Pop-Up-Stores. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich doch ein Bummel durch eine dänische Kleinstadt zu einer deutschen Stadt wie Flensburg ist, die ja nur 30 Minuten entfernt liegt.
Aussichtsplattform im Alsik-Hotel
Ein besonderes Highlight auf dieser Tour ist die Aussichtsplattform im Alsik-Hotel. In der 16. Etage befindet sich eine komplette Ebene für Besucher. Der gesamte Raum ist von oben bis unten verglast und bietet einen atemberaubenden 360-Grad-Blick auf Sonderburg. Das Beste: Diese Programmpunkt ist komplett kostenlos. Einzige Voraussetzung ist die Buchung eines Zeitfensters auf www.alsikpov.dk.
Nach der Buchung bekommt man einen QR-Code per Mail, den man im Gebäude am Fahrstuhl an den dort installierten Scanner hält.
Wichtiger Tipp: Direkt neben dem Aufzug befinden sich Toiletten im Untergeschoss. Falls man Angst hat im Fahrstuhl stecken zu bleiben und sich lieber vorher nochmal erleichtern möchte 😉
Man sollte aber rechtzeitig schauen, da nur eine begrenzte Anzahl zeitgleich dort hoch fahren darf. Das macht das Ganze aber sehr entspannt, denn die Anzahl pro Slot ist echt gering, so dass man immer einen unverstellten Blick hat. Das lohnt sich wirklich!
In unmittelbarer Nähe des Aussichtspunkts gibt es ein gehobenes Restaurant, in dem dänische Spezialitäten und saisonale Gerichte aus der Region serviert werden. Der Besuch der Aussichtsplattform kann ideal mit einem Abendessen im Alsik Restaurant kombiniert werden, das ebenfalls einen beeindruckenden Blick auf die Förde bietet. Besonders zur Abenddämmerung und in den frühen Morgenstunden entfaltet der Aussichtspunkt seine ganze Magie, wenn sich das Licht der Stadt und das Glitzern der Förde in den Fenstern spiegelt.
Sommerfreuden - Schwimmen und Sonnen
Das neue Hafenbad in Sonderburg, das direkt am Alssund im Herzen der Stadt liegt, ist ein modernes Freizeit- und Badeerlebnis für alle. Die Anlage, die als Teil der umfassenden Stadtentwicklung im Hafengebiet entstanden ist, verbindet städtisches Flair mit Natur und schafft einen attraktiven Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Ende September war es leider schon geschlossen, aber im Sommer ist hier bestimmt viel los.
Beachlife - Kleiner aber feiner Strand in Sonderburg
Der Strand von Sonderburg an der Hafeneinfahrt ist klein, aber idyllisch. Von hier aus genießt man einen weiten Blick über die Ostsee, während Segelboote und kleine Schiffe in den Hafen einlaufen und das maritime Flair lebendig machen.
Da die meisten Schiffen auf die Öffnungszeiten der Klappbrücke angewiesen sind, sammeln sie sich direkt vor dem Strand und kreuzen hin und her. Ein interessantes Schauspiel und sehr entspannend. Nice place to be!
An der Promenade kann man sich am Kiosk mit Getränken und Eis versorgen. Toiletten gibt es auch in der Nähe. Hier kann man schöne Sommertage am Meer verbringen.
Fazit
Das klingt nach einem wunderbaren Ort für einen Ausflug! Sonderburg bietet wirklich alles, um das dänische Lebensgefühl „Hygge“ in vollen Zügen zu genießen. Von den sauberen Straßen über die entspannte Atmosphäre bis hin zur Nähe zum Meer – es scheint, als könnte man hier wirklich abschalten und einen richtig perfekten Tag erleben.
Med venlig hilsen...